„Ich bin sehr bewusst in dem, was ich tue“

Die Schauspielerin Anja Kruse liebt Verkleidung und Klarheit. Ob Schiller oder „Traumschiff“, ob Klassik oder Boulevard – die praktizierende Buddhistin versucht immer, authentisch zu sein. Interview: Wolfgang Timpe; Fotos: Rebecca Marshall

Was machen Sie am 5. August 2016? ANJA KRUSE: Da werde ich in der Komödie im Bayerischen Hof in München auf der Bühne stehen und im Stück „Der Vorname“ die Gastgeberin für Freunde bei einem

turbulenten Abendessen sein.

 Es wird Ihr 60. Geburtstag sein. Keine Lust auf ein großes Fest?

KRUSE: Auf der Bühne stehen ist doch ein tolles Geschenk. Ich bin kein großer Geburtstagsfeierer. Mein Geburtstag hat mir nie etwas bedeutet. Es ist ja keine große Leistung, auf die Welt gekommen zu sein. Eigentlich sollten wir die Mütter feiern und nicht uns.

Lassen Sie sich oder die Dinge einfach treiben? KRUSE: Nein. Ich lasse mich überhaupt nicht treiben! Ich bin sehr bewusst in dem, was ich tue. Pläne mache ich beruflich als Schauspielerin. Leben ist das, was passiert,

wenn es anders kommt, als man es geplant hat. Meine Familie ist ein Verbund von wirklich guten Freunden, wofür ich sehr dankbar bin. Ich lebe in einer Art Großfamilie, wie es sie früher gab. Ich lebe in einer Art Großfamilie,

wie es sie früher gab. Nur sind es eben keine Blutsverwandten. Und das ist sehr, sehr schön!

Und was machen Sie, wenn Sie eine begehrte Rolle nicht bekommen? KRUSE: Ärger ist dazu da, dass man ihn zulässt. Der ist eine Tatsache des Lebens. Mach was daraus! Ärger kann mir doch auch Energie und Mut geben, was anders zu machen oder Neues zu versuchen.

Sie vertreten die Lotus-Sutra-Lehre von Buddha. Worum geht es darin? KRUSE: Das Zentrale in der Lotus-Sutra-Lehre von Buddha ist die Gleichzeitigkeit von Ursache und Wirkung. Die Lotusblume wächst im Schlamm und bringt doch eine wunderschöne weiße Blüte hervor. Und die Lotusblume ist die einzige botanische Pflanze, die Frucht und Blüten gleichzeitig trägt. Das Leben ist ein ewiger Kreislauf. Noch einmal: Wir sind selbst verantwortlich für das, was wir tun.

Warum macht diese Erkenntnis gelassener? KRUSE: Wir werden glücklich, wenn wir mit Schwierigkeiten fertigwerden und nicht Probleme unter den Teppich kehren. Man muss Herausforderungen annehmen und in Glück verwandeln. Das ist die Message im Buddhismus.

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